Black Forest Ultrabike-später Saisoneinstieg

Mit dem Ultrabike in Kirchzarten hieß es nun auch für mich endlich in die Rennsaison zu starten. Zwar sollte dies schon Ende Mai beim Rad Marathon im Elsass der Fall sein, wenn man aber ohne Sporttasche zum besagten Sportevent aufbricht, sammelt man eher den Titel „Dödel des Tages“, statt wichtige Rennkilometer.

Vorige Woche konnte ich schon beim Waldhaus Bikemarathon Rennluft schnuppern. Dieses Mal aber in der Rolle des Betreuers. Mann, war das schön. Mit 2 Bier im Schädel bezeichnete ich einen Top 5 Fahrer mit voluminöser Haarbracht als schnellste Dame im Rennen, während ich den Nachzüglern mein kaltes Bier vor die Nase hielt und sagte, wenn sie im Ziel auch „ein Kaltes“ wollen, sollten sie mal mit dem Bummeltempo aufhören.

Ach war das herrlich, die Menschen zu motivieren und zu unterstützen, dabei noch meine Team Kollegen zu verpflegen war eine richtige Genugtuung.

Eine Woche ist nun vergangen, jetzt sollte ich mich wieder selber quälen? So schön war’s doch als Betreuer.

Nun ja, angemeldet war ich ja, der Kleinkredit für die 65€ Startgebühr (fünfundsechzig !!! die haben doch einen an der Waffel) war auch schon abbezahlt und eigentlich hatte ich auch nichts Besseres vor, außer gegen Abend, dass grottenschlechte Spiel der DFB Elf zu schauen, weshalb der Start des Ultrabike um eine Stunde vorverlegt wurde.

So lautete der Plan,

5.20 Uhr aufstehen, 5.30 Uhr Abfahrt auf die A5, bei Tempo 200 Tempomat rein und erst mal frühstücken, dann im Querdrift auf den Parkplatz in Kirchzarten, um dann um Zehn vor Sieben in den Startblock zu hechten. Klingt verlockend denkst du? Finde ich doch auch.

Und so, fiel zunächst um 7 Uhr der Startschuss für Startblock 1, in dem die rund 300 lizensierten Fahrer, die im Rahmen der deutschen Marathon Meisterschaft um den Titel kämpften.

Start der schnellen Leute

Rund 5 Minuten später war ich an der Reihe, um das Feld der besagten Titelanwärter vor mir her zu treiben.

Dabei beginnt der Ultrabike wie immer zäh, auf den ersten 20 Kilometer macht man gut 1/3 der Höhenmeter, gefühlt ist man also schon 3 Stunden unterwegs und die verbleibenden Kilometer wollen einfach nicht abnehmen. Das Highlight dieses ersten Anstiegs ist ein Schild, auf dem steht „links laufen-rechts“ fahren. Es wartet eine 30% Rampe. Ich bin unentschlossen, mein blutleeres Hirn kann diese Entscheidung nicht treffen, ich bleibe in der Mitte und freu mich die erste Rampe gemeistert zu haben. Kurz danach wartet die erste Verpflegung, danke an Andrea und Sabine für die klasse Betreuung – Ihr wart spitze!

Schön eigene Betreuer zu haben wie hier an Verpflegungspunkt 1

Wie schon am ersten Berg, fahre ich kontinuierlich die Startblöcke auf. Nach gut 40Km bin ich im Startblock 2 angelangt, bei Kilometer 60 treffe ich auf die ersten Fahrer aus Startblock 1. Ich selbst muss ab sofort einen Gang kleiner fahren, Krämpfe deuten sich an. Ein Tribut an das viele Fettstoffwechseltraining, welches ich in Vorbereitung auf die Ultrarennen geleistet habe. Es fehlt mir definitiv an Berg- und Laktatfestigkeit. Auch wenn ich von nun an kleinere Gänge fahre, kommen immer mehr Fahrer aus den Startblöcken vor mir zurück. Bei Kilometer 80 kündigte sich die vergessene Morgentoilette an, ein Grund den „Schwarzwald“ etwas näher zu erkunden. In den Steigungen der letzten 30 Kilometer, muss ich mehrfach vom Rad. Krämpfe machen die Beine komplett zu, ich laufe und humple bis ich wieder fähig bin ne Kurbel zu treten. In der letzten Abfahrt mach ich wieder Plätze gut. Als ich ins Stadion einfahre, hängen mir 2 Mitstreiter am Hinterrad, ich bitte sie vorbei zu fahren und gebe ihnen noch einen Schubser.

Erstes Rennen geschafft

 

Meine drei Damen warten nämlich an der Bande und die Kleinen wünschten sich nichts mehr, als mich abzuklatschen.  Nach 5:32 und 114 Kilometern mit 3200 Höhenmetern erreiche ich das Ziel. Es bleibt die Erkenntnis, dass noch Einiges fehlt, um um Platzierungen zu kämpfen.

Spaß…
..muß sein

Mit dem Ultrabike habe ich wichtige Kilometer für meine Vorbereitung gesammelt – der Plan im August „fit“ zu sein scheint zu passen.

Sponsoren freuen sich auch immer auf ein Wiedersehen

 

Tolle Teamleistung

Nun wartet ein langes Trainingswochenende, ehe es am 1. Juli zum 6 Stunden-Rennen in Breitbrunnen geht…

Teamfoto

Happy ride

Euer

Daniel